• Qualifizierung

    Qualifizierung "Kinder- und Jugendarbeit mit jungen Geflüchteten"

    Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte und Multiplikator*innen der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit, die sich speziell für die Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen fortbilden wollen oder die als Trainer*innen ihr Wissen in diesem Bereich weitergeben möchten. Weiterlesen
  • Wir suchen eine/n Bundesfreiwillige/n!

    Wir suchen eine/n Bundesfreiwillige/n!

    Viele Jugendliche wollen nach der Schule erst einmal einen Freiwilligendienst machen. Du auch? In dem Jahr als Bundesfreiwilliger beim Kreisjugendring in Ravensburg kannst du praktische Erfahrungen und Kenntnisse in der landkreisweiten Jugendarbeit erhalten und bekommst erste Einblicke in die Berufswelt. Weiterlesen
  • Demokratie leben!

    Demokratie leben!

    Ab sofort können neue Projektanträge gestellt werden für Veranstaltungen zur Förderung des Demokratie- und Toleranzverständnisses im Landkreis Ravensburg. Auch im Jugendfonds stehen Mittel für Gruppen und Initiativen zur Verfügung. Weiterlesen
  • Aufbaumodul - Jugendleitercard

    Aufbaumodul - Jugendleitercard

    Wer das Basismodul zur Juleica gemacht hat, kann sich ab sofort zum Jugendleiter-Aufbaumodul anmelden. Der Aufbaukurs findet wieder in Zusammenarbeit mit dem KJR Biberach vom 18. bis 20. Okt. 19 als Kompaktwochenende mit 20 UE in der Jugendherberge in Biberach statt. Weiterlesen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Jugendliche beteiligen? und wenn ja: Wie?

ljr-001239(Foto: DBJR die Projektoren / LJR BW)Wie die Jugendbeteiligung auf Kommunalebene im Land entstanden ist und sich entwickelt hat, erzählt in einem Gastbeitrag auf Jukinet.de Beteiligungsexperte Udo Wenzl vom Landesjugendring.

Der Startschuss für die kommunale Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg fiel im Jahre 1985: Im internationalen Jahr der Jugend hatten die Vereinten Nationen beschlossen, dass „alle geeigneten Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Jugendlichen eine wirksame Partizipation am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen."

Noch im gleichen Jahr wurde in Weingarten im Landkreis Ravensburg der erste Jugendgemeinderat gegründet. Das Jugendreferat der Landeszentrale für politische Bildung nahm sich der Gründung von Jugendgemeinderäten an, die sich 1991 zu einem Dachverband zusammen schlossen – heute gibt es rund 90 Jugendgemeinderäte. In den ersten zehn Jahren waren die Jugendgemeinderäte die überwiegende Form der Jugendbeteiligung.

Die Wende in der Partizipationsdiskussion leitete die Untersuchung von Dr. Michael C. Hermann im Jahr 1995 ein. In seiner „interdisziplinären Evaluation zu den Jugendgemeinderäten in Baden-Württemberg" hatte er 107 Mitglieder von Jugendgemeinderäten und über 400 gleichaltrige Nichtmitglieder schriftlich befragt sowie die Sitzungsprotokolle ausgewertet. Das Ergebnis war, dass damals nur bereits politisch interessierte Jugendliche mit den Jugendgemeinderäten erreicht wurden und ein großer Teil der Jugendlichen außen vor blieb. Die Anregung war, den Blick für weitere Formen von Partizipation zu öffnen.

wir wollen mitredenJugendliche beteiligen? und wenn ja: Wie? (Foto: DBJR die Projektoren / LJR BW) Die Landesregierung schrieb 1995 in ihrer jugendpolitischen Konzeption: „Nach Auffassung der Landesregierung ist es aus staats- und gesellschaftspolitischen Gründen wünschenswert, Jugendliche stärker in das kommunalpolitische Geschehen einzubeziehen. Die Landesregierung unterstützt die Arbeit von Jugendgemeinderäten, Jugendausschüssen und Jugendforen und damit die direkte Beteiligung Jugendlicher am politischen Leben." In den Landkreisen Ravensburg und Emmendingen, im Enz- und Rems-Murr-Kreis begann man mit der Entwicklung der Jugendforen. In mehreren Stadt- und Landkreisen wie Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Enzkreis, Freiburg und Ravensburg wurden Videoumfragen verknüpft mit einem Jugendforum und anderen Fachveranstaltungen eingesetzt. In dieser Zeit ist dort eine Kultur der aktivierenden Medienarbeit entstanden. Durch die Befragung junger Menschen wurden vielfältige authentische Informationen für Erwachsene zusammengetragen und viele Jugendliche für die Beteiligung motiviert. Es folgten eine ganze Reihe von Veröffentlichungen zu verschiedenen Modellen der Beteiligung. Eine davon war 1997 der „Leitfaden Partizipation – viele Wege ein Ziel" des Landesjugendrings Baden-Württemberg.

1998 nahm der Landtag die Jugendgemeinderäte in die Gemeindeordnung auf. Diese Änderung wurde von einigen jugendpolitischen Organisationen, aber auch vom Städtetag Baden-Württemberg kritisiert, da sich der Gesetzestext ausschließlich auf die Verankerung von Jugendgemeinderäten bezieht. So schrieb der Städtetag: Der Gesetzesentwurf „übersieht dabei, dass es schon jetzt vielfältige weitere Möglichkeiten zur Einbeziehung Jugendlicher in das kommunale Geschehen gibt. (...) Die grundsätzlich verpflichtende Einführung von Jugendgemeinderäten kann deshalb nicht befürwortet werden." Auf kommunaler Ebene wurde diese Ergänzung eher mit Zurückhaltung zur Kenntnis genommen. Es entstand der Eindruck, dass viele Bürgermeister und politisch Verantwortliche diese Änderung wenig beeindruckt hat. Die JugendreferentInnen des Gemeinde-, Städte- und Landkreistages schrieben 1999 in ihr Positionspapier Jugendbeteiligung: „Fortschreibbare, flexible Konzepte und überschaubare Projekte werden zunehmend die starren, allumfassenden Konzeptionen ersetzen. (...) Eine wesentliche Aufgabe der Jugendreferenten bleibt die Suche nach geeigneten Möglichkeiten der Partizipation".

Viele Jugendringe haben sich mit ihren Mitgliedsverbänden, neben ihrer gesetzlich geregelten Aufgabe der politischen Interessenvertretung, an der Entwicklung von erweiterten Partizipationsformen beteiligt. So werden z.B. Jugendgemeinderäte durch Stadtjugendringe begleitet und Jugendringe führen Jugendforen oder Jugendhearings durch. In zehn Gemeinden entstanden durch Projekte aktiver Jugendbeteiligung sogenannte „Junge Listen", also überparteiliche Zusammenschlüsse junger BürgerInnen, die bei den Kommunalwahlen 1999 und 2004 antraten.

Die Möglichkeiten der Beteiligung von Mädchen und Jungen haben sich seit 1985 weiterentwickelt. Deutlich wurde, dass es den Königsweg nicht gibt. Standen früher verfasste und offene Formen in Konkurrenz zueinander, wird Beteiligung heute als Prozess verstanden, in dem die Chancen in einem Partizipationsmix liegen, bei dem alle vorhandenen örtlichen Ressourcen der Jugendarbeit und Jugendpolitik mit einbezogen werden. Partizipation von Kindern und Jugendlichen als Prozess zu verstehen und anzulegen bedeutet, dass es mit der Einrichtung einer einmaligen Form nicht getan ist, denn hier kann es leicht zur „Stagnation" des Beteiligungswillens kommen. Partizipation muss an der Lebenswelt der jungen Generation anknüpfen und im unmittelbaren Lebensalltag der Mädchen und Jungen erfahrbar sein – in der Schule, im Jugendhaus oder in einem Jugendverband. Partizipation von Kindern und Jugendlichen an politischen Prozessen und Entscheidungen bedeutet, sie als eigenständige, denkende und ihre Welt gestaltende Subjekte zu sehen und nicht als unmündige Objekte politischer Interessen.

wenzl udoUdo Wenzl
Referent für Jugendbeteiligung
Jahrgang 1963
Diplom-Sozialpädagoge.
Seit 2001 Referent beim
Landesjugendring Baden-Württemberg,
seit 2012 ausschließlich
verantwortlich für den Bereich Jugendbeteiligung..


WEITERE INFOS 

Beteiligungsformen für Kinder und Jugendliche:

Offene Formen

Kinder- und Jugendforen, Hearings, Zukunftswerkstätten; Runde Kinder- und Jugendtische; Kinder und Jugendliche in bestehenden Parlamenten (Aktionen und Dialoge mit PolitikerInnen, Anhörungen, Fragestunden);

Parlamentarische Formen

Kinder- und Jugendparlamente, Jugendgemeinderäte;

Projektbezogene Formen

Beteiligungen z.B. bei Spielplatz- und Schulhofgestaltung; Ausstellungen, Zeitungs-, Video- und Radioprojekte

Verwaltungsorientierte Formen

Kinder- und Jugendbüros, Kinder- und Jugendbeauftragte.

 

Wir sind Kommune – Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg

Wie kann gelingende Jugendbeteiligung in Kommunen von Baden-Württemberg aussehen?

Der Landesjugendring präsentiert auf seinem Youtube-Kanal einen Film für politisch Verantwortliche in Kommunen der aufzeigt, welche Möglichkeiten es gibt, Jugendliche in kommunalen Entscheidungsprozessen zu beteiligen. 






Literaturempfehlungen:

Ein Kapitel zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen findet sich in der Broschüre „Hinweise und Empfehlungen zur Bürgermitwirkung in der Kommunalpolitik. Herausgeber: Städtetag Baden-Württemberg, Stuttgart 2012

Qualitätsstandards für Beteiligung von Kindern und Jugendlichen
Herausgeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin 2010

Weitere Neuigkeiten

Wir versenden monatlich einen Newsletter mit aktuellen Fortbildungs- und Weiterbildungempfehlungen, Finanzierungstipps für Jugendarbeit und aktuelle Wettbewerbe sowie Neuigkeiten und Infos aus den Bereichen Jugendpolitik, Medienpädagogik, außerschulische Jugenbildung und Interkulturrelles, sowie Büchtipps und eine Infothek. Im Archiv gibt es alle bisherigen Newsletter zum Nachlesen.

Zum aktuellen Newsletter