In den nächsten Jahren steht die verbandliche Jugendarbeit im Landkreis vor großen Herausforderungen PDF Druckbutton anzeigen?

Geschrieben von: Matthias Hellmann am Donnerstag, 01. Dezember 2011

in KJR Artikel - Veranstaltungen

Bei der Mitgliederversammlung des Kreisjugendrings Ravensburg diskutierten die Delegierten der 32 Mitgliedsverbände mit der Sozialdezernentin Diana Rädler über die Herausforderungen vor denen die verbandliche Jugendarbeit in den nächsten Jahren stehen wird. 

Sowohl in der schulischen Verdichtung als auch in der Entwicklung hin zur Ganztagesschule sehen die Vertreter der Mitgliedsverbände des Kreisjugendrings das Hauptproblem. Es bleibt, neben den schulischen Anforderungen immer weniger Zeit, sich in einem Verein ehrenamtlich zu engagieren. Die Folgen sind, dass die Jugendverbände Nachwuchssorgen beschäftigen und die Arbeit von weniger werdenden, immer gleichen Aktiven geleistet wird.

Vorstand Evelyn Rau, Sozialdezernentin Diana Rädler und Geschäftsführer des Kreisjugendring Joachim Sautter (v.l.)1. Vorstand des KJR Evelyn Rau, Sozialdezernentin Diana Rädler und Geschäftsführer des Kreisjugendring Joachim Sautter (v.l.)Die Sozialdezernentin des Landkreis Ravensburg Diana Rädler nahm die Einladung des Kreisjugendrings gerne an, den kurzfristig verhinderten Landrat Kurt Wiedmaier, bei der Mitgliederversammlung des Kreisjugendrings vergangene Woche, zu vertreten. Anfangs stellten die Delegierten die vielfältigen Aktivitätsfelder Ihres Verbandes vor. Immer wieder wurde dabei genannt, dass es besonders schwierig sei, die Zeltlager oder Freizeiten zu organisieren, wenn die erfahrenen Jugendleiter durch Ausbildungsbeginn oder Aufnahme eines Studiums nicht mehr mitorganisieren können. Dieses Problem habe sich in letzter Zeit deutlich verschärft. Auch das Verständnis von Arbeitgebern für ein Engagement in der verbandlichen Jugendarbeit habe abgenommen. Entgegengesetzt werden die Kompetenzen, die man sich bei diesem Engagement aneignet wie beispielweise Organisationstalent und Teamfähigkeit von Arbeitgebern geschätzt.

Ebenfalls wurde die Bürokratisierung, die es einem fast unmöglich mache als rein ehrenamtlich Aktiver eine Veranstaltung oder eine Freizeit zu organisieren als große Herausforderung benannt. Ohne hauptamtliches Know-How sei es fast nicht mehr möglich ein Zeltlager oder einen Weihnachtsbazar zu organisieren. Sowohl haftungsrechtliche Verpflichtungen sowie Vorschriften im Umwelt- und Gewässerschutz, bis hin zu Fragen der Körperschaftssteuer wurden als Beispiele genannt, mit denen man sich als ehrenamtlich Aktiver auseinandersetzen müsse und Wissen darüber haben solle. Kennt man die einzelnen Vorschriften nicht, so bekomme man schnell Ärger mit den verschiednen Behörden, die keine Unterscheidung zwischen Engagement für Jugendliche in einem Verband und kommerziellen Anbietern machen.

Diana Rädler notierte im Gespräch fleißig mit. Vieles vom Gesagten und Geschilderten wolle sie an entsprechender Stelle einbringen. Ob sie, die beim Landratsamt ansässige Kontakstelle „Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement“ mit neuen Aufträgen ausstatte, wolle sie prüfen.

Weitere Themen waren der Ausblick auf das kommende Jahr. Auf die im Frühjahr stattfindenden Vorstandswahlen wurde hingewiesen, sowie auf das besondere Jubiläum, dass dem Kreisjugendring nächstes Jahr bevorsteht. 2012 heißt es 60 Jahre Kreisjugendring als Zusammenschluss der Jugendorganisationen im Landkreis Ravensburg zu feiern.